Sie haben schon vieles probiert, bevor sie auf die Mykotherapie stossen. Vitamine, Coenzym Q10, NADH, Sauerstofftherapie, manchmal auch Psychopharmaka, weil einfach niemand mehr eine Erklärung hatte. Und dann sitzen sie bei mir und sagen fast immer denselben Satz:
„Mir fehlt einfach die Energie. Ich glaube, ich werde nie mehr der oder die Alte.“
Diesen Satz höre ich wirklich oft. Ehrlich gesagt zu oft.
Nicht nur Erwachsene
Erwachsene können das meist klarer sagen. Kinder können es meistens nicht ausdrücken, was mit ihnen los ist. Sie schaffen die Schule nicht mehr, können sich nicht lange konzentrieren, brauchen wahnsinnig viel Schlaf. Sogar normales Licht ist ihnen manchmal zu hell. Ein Schultag, ein Treffen mit Freunden, manchmal reicht schon ein längeres Gespräch beim Mittagessen, und sie sind fix und fertig.
Long-Covid und das chronische Erschöpfungssyndrom, ME/CFS, sehen sich hier zum Verwechseln ähnlich. Beide haben eines gemeinsam: Ausruhen hilft nicht mehr richtig. Der Körper erholt sich einfach nicht mehr so, wie er sollte.
Wenn schon vieles probiert wurde
Die meisten, die bei der Mykotherapie landen, haben schon einiges hinter sich. NADH. Sauerstofftherapie, Vitamin D, Vitamin C, Psychopharmaka. Und meistens erzählen sie mir dasselbe: Schlimmer wird es damit nicht. Aber besser eigentlich auch nicht so richtig. Man bleibt irgendwie hängen.
Viele waren zuvor auch in einer spezialisierten Long-Covid-Sprechstunde. Und kommen dort oft mit weniger Hoffnung raus, als sie reingegangen sind. Man hört auch immer wieder Sätze wie: Es gibt auch solche, die zu Pflegefällen werden. So etwas bleibt hängen bei den Leuten. Die Schulmedizin kann hier leider oft wenig anbieten, es gibt schlicht keine Medikamente dafür und Langzeitstudien fehlen noch. Und wenn man organisch nichts findet, wird gerne die Psyche verantwortlich gemacht. Das macht es nicht leichter. Eher einsamer, würde ich sagen.
Beruhigen statt anheizen
Was ich in der Beratung fast immer richtigstellen muss: Bei einer Erschöpfung nach einer Infektion braucht es keinen Immun-Booster. Im Gegenteil. Das Immunsystem ist bei den meisten schon viel zu aktiv, nicht zu schwach. Wenn man das noch mehr anfeuert, wird die Erschöpfung eher schlimmer statt besser.
Deshalb fange ich fast immer ganz vorsichtig an, meistens mit Hericium und Reishi. Die wirken nicht anheizend, sondern beruhigend. Sie helfen einem System, das seit Monaten im Ausnahmezustand ist, wieder runterzukommen, statt es weiter zu pushen.
Am Anfang habe ich oft mit einer Angst zu tun: dass die Pilze alles noch schlimmer machen könnten. Ehrlich gesagt, habe ich das noch nie gehört, dass mit Vitalpilzen etwas schlimmer geworden ist. Eher im Gegenteil, gerade bei den schlimmsten Fällen sehe ich oft schon nach ein, zwei Wochen eine echte Veränderung.
Was sich dann tut
Es ist selten dieser eine grosse Moment. Eher mehrere kleine auf einmal: etwas mehr Energie. Ein Schlaf, der wirklich erholt und nicht nur lang ist, das ist ein grosser Unterschied. Ein Aufwachen, das nicht mehr so schwerfällt. Wieder positive Gedanken. Und manchmal etwas ganz Simples: wieder Hunger haben.
Klingt nach wenig. Ist es aber nicht, wenn man monatelang nichts von alledem hatte.
Kein Rezept
Ich schreibe hier bewusst nicht auf: Nehmen Sie das und das, dann wird es gut. Hericium und Reishi sind bei mir meistens der Anfang, später kommt oft noch Cordyceps oder Coriolus dazu. Aber wie genau, wann und in welcher Menge, das ist von Person zu Person komplett unterschiedlich. Bei Kindern anders als bei Erwachsenen, bei Vorerkrankungen anders als ohne. Mittlerweile gibt es auch super Mischungen mit anderen Pflanzen zusammen, die vor allem für die kognitive Energie sehr wertvoll sind.
Was für Sie stimmt, kann ich Ihnen mit einem Blogartikel nicht sagen, ehrlich gesagt will dieser Text das auch gar nicht. Er soll nur eines zeigen: Es gibt einen Weg, der nicht in der Hoffnungslosigkeit endet.
Zum Schluss
Wenn Sie das Gefühl haben, nie mehr der oder die Alte zu werden, nehmen Sie das ernst. Aber glauben Sie mir, das muss nicht das letzte Wort sein. Ich habe es zu oft gesehen: Menschen, die fast aufgegeben hatten, kommen Schritt für Schritt zurück. Nicht von heute auf morgen. Aber spürbar.
Sie müssen dafür nicht wissen, welcher Pilz der richtige ist. Fangen Sie einfach an, darüber zu reden.
Ich begleite Sie gerne.
Und vielleicht sind gar nicht Sie selbst betroffen, sondern kennen einfach jemanden, dem es so geht. Dann leiten Sie diesen Artikel doch weiter. Es ist so wichtig, dass Betroffene wieder ein bisschen Hoffnung schöpfen können.
Die hier geteilten Impulse verstehen sich als persönliche Betrachtungen komplexer körperlicher Zusammenhänge. Sie erheben keinen Anspruch auf medizinische Vollständigkeit und ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung oder Behandlung.




